Ab wie vielen Stück sich das Rüsten einer CNC-Maschine lohnt.
Warum kosten 50 Drehteile fast so viel wie 10? Weil die Maschine für beide Lose gleich lange gerüstet wird und die Zeit auf die Stückzahl verteilt wird. Der Rechner zeigt, wie viel vom Stückpreis Rüstzeit ist — und ab welcher Menge das aufhört, wehzutun.
Bevor eine CNC-Drehmaschine das erste Teil eines Loses fertigt, wird sie gerüstet: Spannmittel wechseln, Werkzeuge einsetzen und vermessen, Programm laden, Nullpunkt setzen, erstes Teil fahren und prüfen. Je nach Teil und Maschine dauert das dreißig Minuten oder drei Stunden, und es dauert gleich lang, ob danach 10 Teile laufen oder 500. Diese Zeit wird auf das Los verteilt. Bei 10 Teilen trägt jedes ein Zehntel, bei 500 ein Fünfhundertstel.
Das ist der Grund, warum die Preisstaffel eines Zerspaners so aussieht, wie sie aussieht: steil am Anfang, flach ab einer bestimmten Menge. Wo die Staffel flach wird, hängt an zwei Zahlen: der Rüstzeit und der Bearbeitungszeit je Stück. Der Rechner zeigt für Ihre beiden, welcher Anteil des Stückpreises Rüstzeit ist.
Was das Rüsten am Stückpreis ausmacht
47Prozent
90 Minuten Rüsten kosten 112,50 Euro je Los, die Bearbeitung von 25 Stück zu 4,0 Minuten 125,00 Euro. Das ergibt 9,50 Euro je Stück, davon 4,50 Euro Rüstanteil. Unter 20 Prozent fällt der Anteil ab 90 Stück je Los.
Fast die Hälfte des Stückpreises ist Rüstzeit. Zwei Wege: größere Lose, oder mit dem Zerspaner über Rüstzeitverkürzung reden — Nullpunktspannsystem, feste Werkzeugbelegung, Wiederholaufträge zusammenlegen.
Was man mit der Zahl macht
Die naheliegende Antwort ist, größere Lose zu bestellen. Sie ist oft die falsche. Größere Lose senken den Rüstanteil und erhöhen den Lagerbestand, und beides kostet Geld. Wer von 25 auf 100 Stück geht, spart am Rüstanteil und bezahlt neun Monate Lager für die 75, die noch nicht gebraucht werden — mit dem Risiko, dass in diesen neun Monaten eine Zeichnungsänderung kommt.
Die zweite Antwort ist die Rüstzeit selbst. Sie ist keine Konstante, sondern die Summe von Handgriffen, die sich verkürzen lassen. Ein Nullpunktspannsystem spart das Ausrichten. Eine feste Werkzeugbelegung für wiederkehrende Teile spart das Einsetzen und Vermessen. Ein Programm, das beim letzten Mal lief und dokumentiert wurde, spart das erste Teil. Zerspaner, die für Wiederholaufträge eine Rüstzeit von zwanzig Minuten statt neunzig schaffen, geben das in der Staffel weiter, wenn man sie danach fragt.
Die dritte ist der Rahmenauftrag. Wer 25 Stück viermal im Jahr braucht, kann 100 Stück bestellen und in vier Abrufen liefern lassen. Der Zerspaner fertigt das Los einmal und lagert, oder er fertigt viermal und hat die Rüstung im Kopf. In beiden Fällen ist der Rüstanteil niedriger als bei vier Einzelbestellungen, ohne dass Ihr Lager wächst.
Was das Angebot verrät
Ein Angebot mit Preisen für drei Losgrößen zeigt die Rüstzeit, auch wenn sie nicht ausgewiesen ist: Die Differenz zwischen den Staffeln ist die verteilte Rüstung. Wer die Preise für 10, 50 und 200 Stück hat, kann Rüstkosten und Stückzeit zurückrechnen und mit dem Rechner prüfen, ob die Staffel zur eigenen Bestellpraxis passt.
Ein Angebot mit einem einzigen Preis für eine einzige Menge verrät nichts. Fragen Sie nach der Staffel; ein Zerspaner, der sie nicht nennen will, hat entweder nicht gerechnet oder rechnet mit Ihrer Unkenntnis.
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