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Zwölf Einzelteile bestellen und selbst montieren, oder die Baugruppe kaufen?

Der Zerspaner bietet an, die Teile nicht nur zu fertigen, sondern gleich zusammenzubauen. Der Preis der montierten Baugruppe liegt über der Summe der Einzelteile, und der Einkauf sagt nein. Ob das richtig war, weiß niemand, weil die Montage im eigenen Haus in keiner Kalkulation steht.

6 Min. LesezeitStand: 9. September 2026

Der Vergleich, der im Einkauf gemacht wird, ist einfach: Einzelteile kosten zusammen 86 Euro, die montierte Baugruppe 120. Also Einzelteile. Der Vergleich, der gemacht werden müsste, hat drei weitere Posten. Die Montagezeit im eigenen Haus, mit dem Stundensatz der Leute, die sie machen. Der Aufwand, zwölf Positionen statt einer zu bestellen, zu prüfen, einzulagern und zu kommissionieren. Und die Frage, wer haftet, wenn die Baugruppe nicht funktioniert.

Der Rechner nimmt die ersten beiden in Zahlen. Den dritten kann er nur benennen.

Selbst montieren oder montiert kaufen

Ihre Zahlen, Ihre Rechnung

Positionen
Euro je Baugruppe
Minuten je Baugruppe
Euro
Stück
Euro je Stück

Selbst montieren spart im Jahr

750Euro

Selbst montiert: 34.400 Euro Teile, 11.200 Euro Montage (28,00 Euro je Baugruppe) und 1.800 Euro für das Bestellen und Handhaben von 12 Positionen — zusammen 47.400 Euro. Montiert gekauft: 48.000 Euro plus 150 Euro Handling für eine Position, 48.150 Euro. Die Baugruppe bindet außerdem 233 Montagestunden im Jahr, die frei würden.

Der Posten, der in keinem Preisvergleich steht

Eine Bestellposition kostet Geld, bevor das Teil da ist und nachdem es da ist. Jemand legt sie an, jemand verfolgt den Termin, jemand prüft den Wareneingang, jemand lagert ein, jemand kommissioniert für die Montage, jemand bucht. Prozesskostenrechnungen im Maschinenbau kommen dafür auf 20 bis 40 Euro je Position, je nach Grad der Automatisierung. Zwölf Positionen sechsmal im Jahr sind 72 Vorgänge. Eine Position sechsmal im Jahr sind sechs.

Dazu kommt, was der Rechner nicht abbildet: Zwölf Positionen haben zwölf Lieferzeiten, zwölf Chancen auf ein Fehlteil und zwölf Lagerplätze. Eine Montage, die auf das elfte Teil wartet, steht mit zehn fertigen.

Wer die Baugruppe verantwortet

Bei Einzelteilen verantwortet der Zerspaner jedes Teil nach Zeichnung. Passt die Baugruppe trotzdem nicht zusammen, weil sich Toleranzen ungünstig addieren, ist das Ihr Problem: Jedes Teil war in Ordnung. Bei der montierten Baugruppe verantwortet der Lieferant die Funktion des Ganzen. Das verschiebt das Toleranzproblem dorthin, wo es gelöst werden kann — beim Fertiger, der die Teile aufeinander abstimmen kann, statt jedes einzeln an die Grenze zu fahren.

Es verschiebt auch die Prüfung. Statt zwölf Erstmusterberichten gibt es einen, für die Baugruppe, mit Funktionsprüfung. Das ist weniger Papier und mehr Aussage.

Wann Einzelteile die bessere Wahl bleiben

Wenn die Montage im eigenen Haus Know-how ist, das nicht nach außen soll. Wenn die Montage Prüfschritte enthält, die nur mit eigenen Mitteln gehen. Wenn Teile aus mehreren Lieferanten kommen und niemand alle fertigen kann. Und wenn die Montage Kapazität ist, die ohnehin da ist und sonst leer stünde — dann kostet sie rechnerisch den Stundensatz, tatsächlich aber nichts.

Der Rechner zeigt einen Hinweis, wenn Selbstmontage günstiger ist, aber viele Stunden bindet. Das ist der Moment, in dem die Frage nicht mehr Einkauf, sondern Produktion heißt: Ist die Montage der Engpass? Dann haben die Stunden einen Wert, den der Stundensatz nicht zeigt.

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