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Was ein unbesetzter Schichtplatz pro Woche kostet.

Drei Plätze in der Spätschicht sind seit Wochen offen. Es läuft irgendwie, mit Überstunden und einem Vorarbeiter, der selbst an der Linie steht. Was das kostet, steht in keiner Auswertung — und ist meist mehr, als die Besetzung gekostet hätte.

6 Min. LesezeitStand: 9. September 2026

Eine offene Stelle hat in der Buchhaltung einen Vorteil: Sie kostet nichts. Der Lohn wird nicht gezahlt, die Zeile im Personalkostenbericht bleibt leer. In der Halle sieht es anders aus. Die Schicht läuft mit zwei Leuten weniger, die übrigen machen Überstunden, der Vorarbeiter springt ein, und am Freitag fehlen dreihundert Stück, die am Montag nachgeholt werden müssen.

Was das kostet, hängt davon ab, wie der Betrieb die Lücke überbrückt. Werden die Stunden mit Überstunden aufgefangen, sind die Mehrkosten die Zuschläge, und die Grenze ist die Belastbarkeit der Leute. Bleiben die Stunden ungearbeitet, wird zwar Lohn gespart, aber der Deckungsbeitrag jeder Stunde fehlt. Beide Rechnungen sind ehrlich. Sie führen nur zu sehr verschiedenen Zahlen.

Was die Lücke jede Woche kostet

Ihre Zahlen, Ihre Rechnung

Wie wird die Lücke heute überbrückt?

Die übrigen Mitarbeiter fangen die Stunden auf. Mehrkosten sind die Zuschläge — und die Grenze der Belastbarkeit.

Plätze
Stunden
Euro

Kosten je Woche

912Euro

3 offene Plätze zu 38,0 Stunden sind 114 fehlende Stunden je Woche. Mit 25 Prozent Zuschlag auf 32 Euro kostet das 912 Euro je Woche an Mehrarbeit. Bleibt die Lücke 8 Wochen offen, sind es 7.296 Euro. Einordnung: gering.

In dieser Höhe lässt sich die Lücke eine Weile tragen. Das Risiko liegt nicht im Geld, sondern darin, dass aus Wochen Monate werden.

Warum die Überstundenrechnung zu freundlich ist

Die Überstundenrechnung ist die, die Betriebe im Kopf haben, und sie ist die gefährlichere. Sie unterstellt, dass die übrigen Mitarbeiter die fehlenden Stunden dauerhaft auffangen können. Bei drei offenen Plätzen zu 38 Stunden sind das 114 Stunden je Woche. Auf 24 Leute verteilt fast fünf Überstunden pro Person und Woche. Zwei Wochen geht das. Zwölf Wochen nicht.

Was dann passiert, steht in keiner Rechnung: Krankenstand steigt, Qualität sinkt, und die Guten fangen an, sich umzusehen. Der Rechner zeigt einen Hinweis, sobald die Mehrarbeit je Person über acht Stunden die Woche liegt, weil die Überstundenrechnung ab dieser Grenze nicht mehr die ehrliche ist. Die Lücke bleibt dann in Wirklichkeit teilweise unbesetzt, mit allen Folgen der zweiten Rechnung.

Die Zahl, die alles multipliziert

Bei beiden Rechnungen ist die entscheidende Größe nicht der Stundensatz, sondern die Dauer. Eine Lücke, die 2.000 Euro die Woche kostet, ist nach acht Wochen ein Posten von 16.000 Euro. Nach zwanzig Wochen sind es 40.000. Die Frage, wie schnell ein Platz besetzt wird, ist deshalb keine Personalfrage, sondern eine mit Preisschild.

Acht Wochen sind im Rechner voreingestellt, weil das eine übliche Zeit zwischen Anfrage bei einem Dienstleister und erstem Arbeitstag ist. Wer über die eigene Stellenanzeige sucht, sollte für einfache Produktionsstellen eher zwölf bis sechzehn Wochen eintragen, für Fachkräfte mehr. Die Differenz zwischen beiden Wegen, in Euro, ist das Budget, das für den schnelleren Weg zur Verfügung steht.

Was man mit der Zahl macht

Die Zahl ersetzt keine Entscheidung, aber sie ordnet sie. Wer weiß, dass drei offene Plätze 5.500 Euro die Woche kosten, bewertet einen Dienstleister anders als jemand, der nur den Stundenverrechnungssatz sieht. Sie hilft auch intern: Ein Werksleiter, der die Personalabteilung mit einer Wochensumme statt einem Gefühl anspricht, bekommt schneller Antwort.

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