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Wenn ChatGPT nach Ihrer Branche gefragt wird, nennt es den Wettbewerber. Was dagegen hilft.

Ein Einkäufer fragt einen KI-Assistenten nach Herstellern für Linearführungen in Süddeutschland und bekommt drei Namen. Früher bekam er zehn Suchergebnisse und klickte sich durch. Heute liest er drei Namen, und wenn der eigene fehlt, gibt es keine zweite Seite. Die Frage, wie die drei Namen zustande kommen, hat eine Antwort, und aus ihr folgen sechs Maßnahmen.

9 Min. LesezeitStand: 10. September 2026

Woher die Namen kommen

KI-Assistenten beantworten Fragen aus zwei Quellen. Die erste ist das, was das Modell beim Training gelesen hat: Websites, Verzeichnisse, Fachpresse, Foren, Wikipedia, alles bis zu einem Stichtag. Die zweite ist die Websuche, die die meisten Assistenten heute vor der Antwort ausführen: Sie holen aktuelle Seiten und fassen sie zusammen. Ein Firmenname taucht in der Antwort auf, wenn er in beiden Quellen oft genug und eindeutig genug mit der Frage verbunden ist.

Das erklärt, warum der Wettbewerber genannt wird: Er steht in Branchenverzeichnissen mit vollständigen Daten, er wird in der Fachpresse erwähnt, er hat Seiten, die die Frage des Einkäufers wörtlich beantworten, und seine Website ist für die Crawler der KI-Anbieter offen. Die eigene Firma hat eine Website mit Imagetexten, ein Verzeichniseintrag ist von 2019, und die Robots-Datei blockiert seit einem Sicherheitsaudit alles, was nicht Google heißt.

Wie man prüft, wo man steht

Zwanzig Fragen, drei Assistenten, eine Tabelle. Die Fragen sind die, die ein Kunde stellen würde: nach Herstellern für ein Produkt in einer Region, nach Anbietern mit einer Eigenschaft, nach Alternativen zu einem bekannten Namen, nach Empfehlungen für eine Anwendung. Jede Frage in ChatGPT, Perplexity und der KI-Antwort von Google stellen und notieren, welche Namen genannt werden und welche Quellen die Antwort angibt. Nach einer Stunde ist klar, ob die eigene Firma vorkommt, bei welchen Fragen der Wettbewerber vorkommt, und welche Quellen die Assistenten dafür heranziehen. Diese Quellen sind die Arbeitsliste.

Sechs Maßnahmen

  1. 01Die Crawler hereinlassenDie Robots-Datei der Website prüfen: Die Crawler der KI-Anbieter haben eigene Namen, und viele Sicherheitsvorlagen sperren sie pauschal. Wer nicht gelesen wird, wird nicht genannt. Das ist die einfachste Maßnahme und die, die am häufigsten fehlt.
  2. 02Seiten, die Fragen beantwortenAssistenten zitieren Seiten, die eine Frage direkt beantworten: Was kostet, wie lange dauert, welche Unterschiede, für welche Anwendung. Eine Seite je Frage, mit der Antwort im ersten Absatz, mit konkreten Zahlen und Grenzen. Imagetexte über Leidenschaft und Qualität beantworten keine Frage.
  3. 03Eindeutige Firmenangaben überallName, Ort, Produkte, Branche, in derselben Schreibweise auf der Website, in Verzeichnissen, auf Karten, in Registern. Assistenten verbinden Erwähnungen zu einer Einheit; wer an fünf Stellen fünf Schreibweisen hat, ist fünf halbe Firmen.
  4. 04Erwähnungen durch DritteFachpresse, Verbandsseiten, Branchenverzeichnisse, Messekataloge, Kundenreferenzen auf Kundenseiten. Was Dritte über die Firma schreiben, wiegt mehr als das, was sie über sich selbst schreibt. Ein Fachartikel mit Namensnennung in einem Branchenmedium ist die Maßnahme mit der längsten Wirkung.
  5. 05Vergleiche und Listen selbst schreibenWer nach Anbietern fragt, bekommt oft eine Liste, und die Liste stammt von einer Seite, die eine Liste hatte. Eine ehrliche Übersicht der Verfahren, Bauarten oder Anbietertypen mit der eigenen Firma an der passenden Stelle wird zur Quelle, aus der die Antwort gebaut wird.
  6. 06Strukturierte Daten und LesbarkeitProduktdaten, Ansprechpartner, Standorte und Zertifikate als strukturierte Daten auf der Seite, Tabellen statt Bilder für technische Angaben, Texte statt PDF. Was maschinenlesbar ist, wird gelesen; was in einem Bild steckt, nicht.

Was zu erwarten ist

Die Antworten ändern sich langsam. Was heute veröffentlicht wird, ist morgen in der Websuche und erst mit dem nächsten Trainingsstand im Modell. Wer die Zwanzig-Fragen-Prüfung alle drei Monate wiederholt, sieht die Bewegung; wer nach vier Wochen misst, sieht nichts und hört auf. Und die Antworten bleiben unvollständig und gelegentlich falsch: Ein Assistent, der die Firma nennt, nennt vielleicht das falsche Produkt. Deshalb gehört zu den Maßnahmen, die eigenen Angaben so eindeutig zu machen, dass es wenig zu erfinden gibt.

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