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ETS 2 ab 2028: Was Ihr Gasverbrauch dann pro Jahr zusätzlich kostet.

Seit 2021 zahlt jeder Betrieb, der Erdgas oder Heizöl verbrennt, einen CO2-Preis, der auf der Gasrechnung steht und den kaum jemand liest. Ab 2028 löst der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, ETS 2, den festen deutschen Preis ab. Dann bildet sich der Preis am Markt, und was er kostet, hängt von Ihrem Verbrauch ab.

6 Min. LesezeitStand: 9. September 2026

Der nationale CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz gilt für Betriebe, die nicht im großen europäischen Emissionshandel sind — also für die meisten mittelständischen Standorte. Er wird vom Brennstofflieferanten aufgeschlagen und erscheint als Position auf der Rechnung. 2026 liegt er in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2.

Ab 2028 wird dieser feste Preis durch das europäische System ETS 2 ersetzt; der Start war für 2027 vorgesehen und wurde um ein Jahr verschoben. Im ETS 2 gibt es keinen Festpreis mehr. Brennstofflieferanten kaufen Zertifikate am Markt und geben den Preis weiter. Wie hoch er sein wird, weiß niemand; die Schätzungen reichen von unter 50 bis über 100 Euro je Tonne, mit Mechanismen, die Preisspitzen dämpfen sollen. Der Rechner arbeitet deshalb mit einem Szenariopreis, den Sie ändern können.

Was der CO2-Preis am Standort kostet

Ihre Zahlen, Ihre Rechnung

kWh
Liter

Mehrkosten im ETS-2-Szenario je Jahr

72.360Euro

12.000 MWh Erdgas verursachen 2.412 Tonnen CO2 im Jahr. Zum heutigen nationalen Preis von 60 Euro je Tonne sind das 144.720 Euro. Bei 90 Euro je Tonne im ETS 2 werden es 217.080 Euro — 72.360 Euro mehr je Jahr. Einordnung: erheblich.

Der Betrag entspricht einer Stelle oder einer Investition. Das ist die Größenordnung, bei der ein Konzept für die Wärmeversorgung des Standorts fällig ist, nicht nur eine Maßnahmenliste.

Was in der Rechnung steckt und was nicht

Die Emissionen ergeben sich aus dem Verbrauch mal dem Emissionsfaktor des Brennstoffs. Für Erdgas sind das rund 0,2 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde, für Heizöl 2,65 Kilogramm je Liter. Zwölf Gigawattstunden Erdgas — ein mittlerer Produktionsstandort mit Prozesswärme — sind gut 2.400 Tonnen CO2. Zum heutigen Preis kosten die rund 145.000 Euro im Jahr. Bei 90 Euro je Tonne sind es 217.000. Die Differenz ist die Zahl, um die es geht, und sie steht heute in keiner Planung.

Nicht in der Rechnung ist der Strom. Strom trägt seinen CO2-Preis über den großen Emissionshandel der Kraftwerke, der bereits im Strompreis steckt. Wer Gas durch Strom ersetzt, tauscht also einen Preis, der steigt, gegen einen, der schon drin ist. Das ist der Grund, warum Elektrifizierung mit jedem Euro CO2-Preis günstiger wird, ohne dass sich an der Technik etwas ändert.

Was man mit der Zahl macht

Die Zahl gehört in drei Dokumente. In die Mittelfristplanung, als Kostenposition ab 2028 mit einer Bandbreite. In jede Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine Effizienz- oder Umstellungsmaßnahme, weil eine Maßnahme, die zu 60 Euro je Tonne knapp unwirtschaftlich ist, zu 90 Euro wirtschaftlich sein kann. Und in das Gespräch mit dem Energielieferanten: Wer heute langfristige Gasverträge schließt, sollte wissen, was ab 2028 dazukommt und wie der Lieferant es weitergibt.

Für Standorte in der oberen Hälfte des Rechners ist die Zahl das Argument für einen Dekarbonisierungsfahrplan. Nicht, weil er vorgeschrieben wäre, sondern weil ein Kostenblock dieser Größe eine Antwort braucht, die über die nächste Gasrechnung hinausreicht.

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