Telematik zeigt Auslastung unter 40 Prozent: Verkaufen, vermieten oder umverteilen.
Seit die Flotte Telematik hat, weiß der Betrieb, was er vorher ahnte: Ein Teil der Maschinen läuft an weniger als vier von zehn Arbeitstagen. Die Daten liegen im Portal, die Entscheidung liegt nirgends, weil jede Maschine jemandem gehört, der sie behalten will. Drei Wege, und die Kriterien, nach denen man zwischen ihnen wählt.
Auslastung ist eine Verhältniszahl, und bevor man sie bewertet, muss klar sein, worauf sie sich bezieht. Telematiksysteme zählen Betriebsstunden, oft getrennt nach Arbeit und Leerlauf, und setzen sie gegen Kalendertage oder gegen die Arbeitstage des Betriebs. Vierzig Prozent auf Arbeitstage heißt: An sechs von zehn Tagen hat die Maschine nicht gelaufen. Vierzig Prozent auf Kalendertage ist ein anderer Wert und für einen Bagger im Tiefbau normal.
Die zweite Frage ist der Leerlaufanteil. Eine Maschine mit 40 Prozent Auslastung und der Hälfte davon im Leerlauf hat effektiv 20 Prozent gearbeitet. Das ist die Zahl, mit der man rechnet, weil der Leerlauf zwar Stunden auf den Zähler bringt, aber keinen Umsatz.
Was eine Maschine kostet, die steht
Eine Maschine, die nicht läuft, kostet ihre Vorhaltekosten: Abschreibung, Zins, Versicherung, Steuer, Stellfläche. Bei einem Bagger der 20-Tonnen-Klasse sind das je nach Alter und Finanzierung ein mittlerer bis hoher vierstelliger Betrag im Monat, der auf die Stunden umgelegt wird, die die Maschine läuft. Läuft sie halb so viel, kostet die Stunde doppelt. Das ist der Grund, warum eine schwach ausgelastete Flotte im Angebot teurer kalkulieren muss als eine gut ausgelastete, und warum sie Aufträge verliert, ohne dass jemand die Ursache in der Halle sieht.
Drei Wege
- Umverteilen: Wenn andere Standorte oder Kolonnen die Maschine brauchenDer erste Weg, weil er nichts kostet außer Transport. Voraussetzung ist, dass die Auslastung an einer Stelle niedrig und an einer anderen hoch ist, also Maschinen desselben Typs an anderen Standorten über 70 Prozent laufen oder dort gemietet wird. Telematik zeigt das flottenweit; ohne die Gesamtsicht entscheidet jeder Standort für sich und mietet, während nebenan eine Maschine steht. Der Widerstand kommt von den Bauleitern, die ihre Maschine behalten wollen; die Antwort ist ein Dispositionsrecht der Zentrale mit Vorrang vor dem Standort.
- Vermieten: Wenn die Maschine gebraucht wird, aber nicht dauerndEine Maschine, die im Frühjahr und Herbst voll läuft und im Sommer steht, ist kein Fall für den Verkauf, sondern für die Vermietung in den Lücken, über einen Händler mit Mietflotte oder eine Plattform. Der Erlös deckt einen Teil der Vorhaltekosten; dafür kommt die Maschine mit mehr Stunden, mehr Verschleiß und gelegentlich mit Schäden zurück. Das funktioniert für Standardmaschinen mit Nachfrage im Umkreis, nicht für Spezialgeräte, und es braucht jemanden, der Verträge, Übergaben und Schäden abwickelt.
- Verkaufen: Wenn die Maschine dauerhaft nicht gebraucht wirdZeigt die Telematik über zwölf Monate unter 40 Prozent ohne Saisonmuster und ohne Bedarf an anderen Standorten, ist die Maschine zu viel. Der Verkauf setzt Kapital frei und beendet die Vorhaltekosten; der künftige Bedarf wird gemietet, zu einem Satz, der bei wenigen Stunden im Jahr günstiger ist als die eigene Maschine. Der richtige Zeitpunkt ist vor der nächsten großen Wartung und vor dem Winter, wenn der Gebrauchtmarkt noch kauft.
Woran sich der Weg entscheidet
Das Muster über zwölf Monate. Saisonal schwankende Auslastung spricht für Vermieten oder Umverteilen, dauerhaft niedrige für den Verkauf. Ein einzelnes Quartal sagt nichts; die Entscheidung braucht ein Jahr Daten, und bei einer neu eingeführten Telematik hat man das noch nicht.
Der Ersatz im Bedarfsfall. Wer eine Maschine verkauft, muss sie im Bedarfsfall mieten können. Für Standardbagger ist das in den meisten Regionen kein Problem, für Spezialgeräte mit langer Lieferzeit schon. Die Frage lautet: Wie schnell bekomme ich diese Maschine, wenn ich sie brauche, und was kostet mich ein Tag ohne sie?
Der Restwert heute gegen den in zwei Jahren. Eine Maschine, die steht, verliert trotzdem an Wert, nur langsamer. Wer sie zwei Jahre behält, um sie dann doch zu verkaufen, hat zwei Jahre Vorhaltekosten und einen niedrigeren Erlös. Was der Weg zurück in die Beschaffung kostet, rechnet der Beschaffungsrechner für die konkrete Stundenzahl.
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