Bagger kaufen, mieten oder leasen: Die Rechnung bei 800 Betriebsstunden im Jahr.
Ein 20-Tonnen-Bagger läuft in einem mittleren Tiefbaubetrieb oft 700 bis 1.000 Stunden im Jahr. Das ist genau der Bereich, in dem die drei Beschaffungswege nahe beieinander liegen und die Entscheidung an Details hängt: Restwert, Zins, Transporte, Wartung. Der Rechner legt die drei nebeneinander.
Die drei Wege haben verschiedene Kostenstrukturen. Der Kauf hat hohe feste Kosten, Kapital und Zins und Versicherung, und niedrige variable, nur Wartung und Reparatur je Stunde. Die Miete hat fast keine festen Kosten und hohe variable, weil jeder Monat bezahlt wird, in dem die Maschine gebraucht wird. Leasing liegt dazwischen: eine feste Rate, die Wartung bleibt beim Nutzer. Bei wenigen Stunden gewinnt die Miete, bei vielen der Kauf, und irgendwo dazwischen liegt die Schwelle, die der Rechner ausweist.
Drei Wege, ein Jahr
42.800Euro
Kauf 42.800 Euro im Jahr, davon 33.200 Euro fest für Kapital, Zins und Versicherung. Miete 49.300 Euro für 5,0 Mietmonate und 3 Anlieferungen. Leasing 56.300 Euro. Je Betriebsstunde: Kauf 54 Euro, Miete 62 Euro, Leasing 70 Euro. Ab 663 Betriebsstunden im Jahr ist der Kauf günstiger als die Miete.
Die Details, an denen es hängt
- Der RestwertEin Bagger, der nach sechs Jahren noch 40 Prozent seines Preises bringt, kostet im Kauf ein Drittel weniger je Jahr als einer, der 25 Prozent bringt. Der Restwert hängt an Marke, Stunden, Zustand und dem Gebrauchtmarkt in sechs Jahren, den niemand kennt. Wer beim Kauf mit dem Restwert rechnet, sollte ihn mit dem Händler vereinbaren, nicht nur annehmen.
- Die MietmonateDie Miete wird je Monat gerechnet, nicht je Stunde. 800 Betriebsstunden sind fünf Monate Vollzeit oder zehn Monate Halbzeit, und die Halbzeit kostet das Doppelte. Wer die Maschine über das Jahr verteilt braucht, mietet teurer, als die Stundenzahl vermuten lässt.
- Die TransporteJede Anmietung ist ein Tieflader hin und einer zurück. Bei drei Anmietungen im Jahr ist das ein kleiner Posten; bei zehn kurzen Einsätzen wird er zum Argument für den Kauf.
- Die WartungIn der Miete ist sie enthalten, beim Kauf und Leasing nicht. Der Satz je Betriebsstunde steigt mit dem Alter der Maschine; wer einen Kauf über sechs Jahre rechnet, sollte den Satz der Jahre fünf und sechs kennen, nicht den des ersten.
Was der Rechner nicht weiß
Verfügbarkeit in der Saison. Im Frühjahr, wenn alle Baustellen anlaufen, ist der Mietbagger nicht immer da, und der Mietpreis ist dann ein anderer als im November. Wer auf Miete setzt, braucht einen Rahmenvertrag mit Verfügbarkeitszusage, und der kostet.
Steuer und Bilanz. Kauf und Leasing wirken sich verschieden auf Bilanz, Eigenkapitalquote und Steuer aus; das ist eine Frage für den Steuerberater, nicht für den Rechner. Und der Kauf bindet Kapital, das im Betrieb vielleicht dringender gebraucht wird als im Bagger. Der Kalkulationszins im Rechner soll das abbilden; wer ihn auf die Rendite setzt, die das Kapital im Betrieb erwirtschaftet, bekommt eine ehrlichere Zahl.
Was die Maschine kostet, wenn sie steht, rechnet der Stillstandsrechner; wer eine gebrauchte Maschine kauft, sollte vorher die Besichtigungsliste durchgehen.
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